Der Elektro-Rollstuhlsport in Deutschland verliert einen seiner Mitstreiter

Gerd Autenrieth, Nationaltrainer im Powerchair Hockey und langjähriger Vereinstrainer sowie Funktionär in unserem Fachbereich, ist am zweiten Septemberwochenende im Alter von 54 Jahren friedlich und für immer eingeschlafen. Nach einer langen und unbarmherzigen Krankheit kam der Tod für sein Umfeld nicht unerwartet, die Trauer über den Verlust eines liebenden Familienvaters, eines guten Freundes und eines besonders im Rollstuhlsport sehr engagierten Menschens wiegt dennoch für alle schwer. 

Als Assistent der Brüder Keller aus Dreieich hat Gerd zum Powerchair Hockey und zu den Black Knights Dreieich gefunden. Anfangs noch skeptisch darüber, „wie da die Behinderten die Bällchen hin und her schieben“ (Original-Zitat), entwickelte er schnell eine Begeisterung, die ihresgleichen suchte. 2010 startete er sein Amt als Trainer der Black Knights, investierte einen großen Teil seiner Freizeit in dieses Ehrenamt, studierte Spiele und Videos und führte die Hessen schließlich zu acht aufeinanderfolgenden Deutschen Meistertiteln. Seit 2018 engagierte er sich zusätzlich als internationaler Schiedsrichter sowie als Vorsitzender des Ausschusses Schiedsrichterwesen unseres Fachbereiches. 2020 wurde er vom DBS zum Bundestrainer ernannt, arbeitete auch mit der Nationalmannschaft nicht minder hart und erreichte 2024 den sehr verdienten Vize-Europameistertitel. 

Noch vor zehn Tagen hatte er den Wunsch und das Ziel, beim Bundesliga-Spieltag in Heidelberg als Überraschungsgast dabei zu sein und mit seinem Verein Black Knights Dreieich die Meisterschaft zu feiern. Genauso war er bekannt als Optimist, als Macher, als echter Kämpfer. Diesen Traum konnte er sich leider nicht mehr verwirklichen. In seinen letzten Tagen, die er palliativ verbracht hat, hatte er seine Liebsten um sich und konnte sich verabschieden. 

Mit Gerd Autenrieth verlieren wir einen herzensguten Menschen, der sich schon immer – auch vor seiner Zeit in unserem Sport – für die Schwächeren in der Gesellschaft eingesetzt hat. Wir verlieren einen guten Freund und einen geschätzten und erfolgreichen Trainer. 

Mit seinem Engagement, seiner Fachkenntnis und seiner Beharrlichkeit hat er das deutsche Powerchair Hockey nicht nur begleitet, sondern über viele Jahre entscheidend mitgestaltet. Sein Wirken in unserem Sport und seine Vision von unserem Sport werden zu einem Erbe, das nie vergessen werden wird. 

Gerd hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Verwandten und seinen Freunden. 

Julian Wendel
Für den Fachbereich Elektro im DRS,
für die Nationalmannschaft Powerchair Hockey
und mit Anteilnahme des internationalen Verbandes IPCH