Thuringia Bulls sind Deutscher Meister

Die Entscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Rollstuhlbasketball ist gefallen. Am späten Freitagabend sicherte sich Titelverteidiger Thuringia Bulls mit einem hart umkämpften 72:67-Sieg im zweiten Spiel der ›Best-of-Three‹-Serie gegen den Rekordmeister RSV Lahn-Dill den achten Meistertitel in der Vereinsgeschichte.

Vor eigenem Publikum wollten die Thüringer nach dem 68:55-Auswärtserfolg in der Buderus Arena ihren ersten Matchball nutzen, während der RSV Lahn-Dill mit dem klaren Ziel angereist war, ein entscheidendes drittes Spiel zu erzwingen. Beste Voraussetzungen also für einen typischen Playoff-Krimi, bei dem die Erwartungen beider Fanlager nicht enttäuscht wurden.

Die Begegnung begann mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Alex Halouski machte zunächst dort weiter, wo er im ersten Finalspiel aufgehört. Seine ersten wichtigen Punkte für die Bulls zum 4:0 konterte RSV-Kapitän Thomas Böhme mit einem Dreier. Die Bulls zogen Mitte des ersten Viertel kurzfristig auf 13:7 (5.) davon und sicherten sich knapp das erste Viertel.

Es entwickelte sich eine temporeiche, intensive und überaus sehenswerte Partie zwischen zwei Teams, die seit mehr als einem Jahrzehnt die deutsche Szene sportlich dominieren. Im zweiten Abschnitt waren es vor allem die beiden RSV-Center Matthias Güntner und Colin Higgins, die immer wieder Wege zum Korb fanden und ihre Farben bis zur Halbzeit mit 37:34 in Führung brachten.

Auch nach dem Seitenwechsel knüpften die Wetzlarer nahtlos an die erste Halbzeit an und erschwerten dem Titelverteidiger vor allem mit ihrer aggressiven Defensivarbeit das Leben. Offensiv waren Böhme und Higgins in dieser Phase von den Bulls nicht mehr zu kontrollieren. Zusammen erzielten sie in zehn Spielminuten allein 14 Punkte und ließen ihren RSV samt Fans beim 44:40 (26.) und 51:45 (29.) von einem Coup träumen, der ein drittes und alles entscheidendes Finalspiel am Sonntag nötig gemacht hätte.

10:0-Lauf setzt Gäste schließlich matt

Sieben Minuten vor dem Ende der Partie lagen die Gäste mit zwei Punkten vorn (55:53), ehe sich das Team von Michael Paye zwei unkonzentrierte Minuten in der Defensive leistete, die von den Bulls im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt ausgenutzt wurden. Mit einem 10:0-Lauf setzten sich die Hausherren mit 63:55 ab (34.). Begleitet vom lautstarken Jubel des Bulls-Anhangs schien die Begegnung zu ihren Gunsten zu kippen.

Aber auch in dieser Phase wollte sich der RSV Lahn-Dill nicht geschlagen geben und verkürzte durch einen Dreipunktewurf von Nationalspieler Thomas Böhme den Rückstand kurz vor Schluss noch einmal auf 67:69. Die Bulls behielten jedoch an der Freiwurflinie die Nerven, brachten die letzten Sekunden souverän über die Zeit und ließen sich den hart umkämpften 72:67-Erfolg am Ende nicht mehr nehmen.

Die Dauerrivalen lieferten sich bei tropischen Temperaturen einen packenden Schlagabtausch und gingen über die gesamten 40 Minuten an ihre Leistungsgrenze. Damit bildete die Begegnung einen würdigen Abschluss der 54. RBBL-Saison.

Nach der Schlusssirene waren die Gäste ob der unglücklichen Niederlage zunächst zutiefst enttäuscht, dennoch blicken sie stolz auf die eigene Moral und mentale Stärke – vor allem in der Playoff-Phase – und zeigten sich zufrieden, immer wieder Herausforderungen getrotzt zu haben. Aus ihrer Sicht war die letzte Partie der Spielzeit 2025/2026 somit auch ein Spiegelbild einer ganzen Saison.

Bulls veredeln eine außergewöhnliche Saison

Die TH Bulls krönten dagegen mit der Deutschen Meisterschaft eine außergewöhnliche Spielzeit mit 33 Siegen bei lediglich einer Niederlage. Nach dem Gewinn des DRS-Pokals im Frühjahr sicherten sich die Thüringer damit den zweiten Titel der Saison. Von den Vertretern des Fachbereichs, Jürgen Bäumer und Andreas Potsch, bekam Kapitän Lukas Gloßner schließlich die Meistertrophäe überreicht, die er unter dem großen Applaus der eigenen Fans in die Höhe stemmte.

Thüringen:
Aliaksandr Halouski (22), Joakim Linden (20), Arie Twigt (10/1), Vahid Gholomazad (9), Jordi Ruiz (7/1), Hubert Hager (4), Lukas Gloßner, Marie Kier, Anil Cegil (n.e.), Tomas Klein (n.e.).

Lahn-Dill:
Thomas Böhme (23/3 Dreier), Colin Higgins (16/1), Matthias Güntner (12), Michael Paye (8), Rose Hollermann (4), Julian Lammering (2), Quinten Zantinge (2), Vanessa Erskine, Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).

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Text: Presse FB RBB mit Material der Vereine
Foto: Franzi Möller