URSPRÜNGLICHKEIT, NATURBELASSENE LANDSCHAFTEN UND SPORTLICHER REIZ

Kanu

Der Kanusport bietet Rollstuhlfahrern neben der sportlichen Betätigung vielfältige weitere Möglichkeiten, etwas für den Körper und die Seele zu tun. Beim Kanufahren vergisst man, dass man Rollstuhlfahrer ist – egal ob beim Paddelausflug, Wildwasser-Action oder beim Para-Kanu-Rennsport.

So geht’s los
Beim Kanuwandern bewegt man sich auf Gewässern wie Flüssen, Seen und an Meeresküsten. Das Wildwasser-Fahren ist eine besondere und spannende Herausforderung, hier geht es bergab in einem reißenden Fluss. Der Kanurennsport wird in speziellen Rennbooten ausgetragen. Seit 2016 gehört Parakanu auch zum offiziellen Sportprogramm der Paralympischen Sommerspiele. Ob nun also im Freizeitsport oder Leistungsbereich – Parakanu bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, sich auf dem Wasser sportlich zu betätigen. Auf unserer Vereinslandkarte können Sie nach Sportaten gefiltert den passenden Verein in Ihrer Nähe zum Ausprobieren suchen. Bei der Wahl der individuell geeignetsten Kanudisziplin helfen die DRS-Ansprechpartner gerne weiter.

Sportgeräte
Im Freizeitsport gibt es zwei Kanutypen, das Kajak und der Kanadier. Während man im Kajak immer sitzt und ein Doppelpaddel verwendet, kann man im Kanadier sitzen oder knien und verwendet ein Stechpaddel. Im Gegensatz zum Kajak, das nur im Einer oder Zweier gefahren wird, werden Kanadier auch für mehrere Personen gebaut. Für Anfänger gibt es auch Kajaks mit einem Ausleger, die das Kanu stabilisieren.

In einem Drachenboot können 16-20 Paddler*innen mit und ohne Behinderung fahren. Im Rythmus der asiatischen Trommel und in einem prächtig verzierten, drachenähnlichen Boot kann man hier ein exotisches Rudererlebnis genießen.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich auch unter Rollstuhlfahrer*innen das Stand-Up-Paddling (SUP). Das Fahren auf einem Einzel-SUP mit dem eigenen Rollstuhl, der dabei z.B. mit einem Schienensystem und Spanngurten fest am Board fixiert wird, erfordert etwas Training und eine Mindest-Rumpfstabilität. Leichter ist es hingegen, gemeinsam mit anderen – Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrer*innen – eine Tour mit einem Mega-SUP zu unternehmen, dass Platz für 6-8 Personen bietet. Inklusive SUP-Touren bietet z.B. der DRS-Mitgliedsverein SOV in Lüneburg an.

Wettkämpfe
Kanu-Wettkämpfe werden in zwei Bootsklassen, dem Einzelkajak (K1) und im Auslegerkanu Va‘a (V1), nach angepassten Regeln in festen Bahnen über eine Distanz von 200 Meter ausgetragen. Ein Rennen läuft folgendermaßen ab: wenn alle Athleten am Start sind, fällt der Startschuss und wer im Finalrennen als erster die Ziellinie überquert, gewinnt. Damit Chancengleichheit besteht, gibt es bei den Booten Beschränkungen im Gewicht und der Größe. Alle Regeln finden Sie bei der International Canoe Federation (ICF).

Klassifizierung im Rennsport
Die ICF erkennt drei Kategorien der Klassifizierung für Menschen mit Behinderungen an. Die Sportler*innen werden abhängig von ihren Bewegungsmöglichkeiten der Beine, der Arme und des Rumpfes jeweils in drei unterschiedliche Startklassen eingeteilt – die Startklassen im Paralympischen Kajakwettbewerb (K1) im Überblick:

Kl 1 (= Kajak Level 1): Athleten mit keiner oder einer sehr eingeschränkten Rumpffunktion und keiner Beinfunktion. Sie benötigen üblicherweise im Kajak einen speziellen Sitz mit einer hohen Rückenunterstützung.
Kl 2 (= Kajak Level 2): Athleten mit teilweiser Rumpf- und Beinfunktion, die aufrecht im Kajak sitzen können. Sie benötigen aber möglicherweise eine spezielle Rückenstütze und können die Beine höchstens eingeschränkt beim Paddeln einsetzen
Kl 3 (= Kajak Level 3): Athleten mit voller Rumpffunktion und teilweiser Beinfunktion. Die Athleten können leicht vorwärts gebeugt sitzen und wenigstens ein Bein/ eine Prothese voll beim Paddeln mit einsetzen.

Die (nicht-Paralympischen) Va´a-Wettbewerbe benutzen das gleiche Klassifizierungs-System. Die Startklassen heißen hier: Vl 1, Vl 2 und Vl 3.

Internationale Erfolge
Neben nationalen Meisterschaften werden international Weltcups, Europa- und Weltmeisterschaften im Parakanu ausgetragen. Wie bei vielen anderen Sportarten auch zählen die paralympischen Spiele zu den Highlights im Wettkampfsport. Erfolgreichste nationale Kanuten sind z.B. Edina Müller und Tom Kierey.

Ansprechpartner
Frank Reinke
kanu(at)rollstuhlsport.de

Termine
Zu den aktuellen Kanu-Events

Weiterführende Links
Deutscher Kanu-Verband – Parakanu beim DKV
International Canoe Federation – Parakanu international (ICF)