MOBIL MIT ROLLSTUHL

Fit im Rollstuhl fit fürs Leben

Wer als Rollifahrer fit ist, hat mehr vom Leben. Der Weg dorthin verlangt nicht nur Willen und Training, sondern auch Wissen über den optimalen „fahrbaren Beinersatz“. Alles zusammen bringt einem Sicherheit und Selbstbewusstsein.

Fit im Rolli wird man durch Körpereinsatz, einen optimal angepassten Rollstuhl und das Mobilitätstraining mit dem Rollstuhl. Das Üben fördert ein sicheres und selbstbewusstes Bewegen im Alltag. Hat man das erreicht und eine dem eigenen Körper entsprechende Kondition, lässt sich das eigene Leben viel aktiver gestalten. Auch im Job oder in der Freizeit ist man dadurch einfach näher dran – an anderen Rollifahrern und an Fußgängern.

Damit ist auch eine gute Basis für Rollstuhlsport geschaffen. Sport fördert die eigene Leistungsfähigkeit, macht Spaß und vergrößert das soziale Netzwerk außerhalb des Jobs. So entstehen weitere Kontakte zu Rollifahrern und Fussgängern.

Der DRS bieten eine Vielzahl von Kursen und Projekten, damit Rollstuhlfahrer lebenslang fit und aktiv bleiben können.

Umfrage: Rollstuhlfahren lernen

Immer wieder treffen wir Menschen, die mit einem Rollstuhl versorgt sind, aber das effektive und sichere Fahren damit nie richtig gelernt haben. Eine kurze Einweisung bei der Auslieferung des Rollstuhls durch Mitarbeiter der Sanitätshäuser reicht nicht aus, um den Rollstuhl sicher zu bewegen und die für den Alltag notwendigen Techniken zu beherrschen. Das Fahrrad- oder Autofahren muss ja auch erst erlernt werden.

Wissen Sie, dass Sie einen Anspruch auf die Ausbildung im Gebrauch des Rollstuhls haben?

Um gegenüber den Krankenkassen sachlich begründete Argumente bei der Beantragung zur Finanzierung von Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskursen vorbringen zu können, hat der DRS 2014/2015 eine bundesweite Umfrage durchgeführt. – Folgend stellen wir Ihnen die Ergebnisse vor:

Über die Umfrage hinaus lauten unsere Ziele:

  • Wir möchten erreichen, dass alle Aktivrollstuhlnutzer das Rollstuhl fahren sicher erlernen können und ihre Teilhabe bestmöglich gesichert ist und nicht am mangelnden Umgang mit dem Hilfsmittel scheitert. Wenn die erste Bordsteinkante ein Hindernis darstellt, weil das Befahren der Kante nicht eingeübt wurde, dann ist die Teilhabe unnötig eingeschränkt.
  • Wir möchten erreichen, dass zugleich mit der Rezeptierung eines Aktivrollstuhls ein Fahrtraining im Sinne einer Ausbildung im sicheren Gebrauch des Hilfsmittels Rollstuhl verschrieben, finanziert und durchgeführt wird.
  • Wir möchten erreichen, dass alle Aktivrollstuhlnutzer über ihre Rechte hinsichtlich einer individuell angepassten, zweckmäßigen und ausreichenden Versorgung in der der fachlich gebotenen Qualität Bescheid wissen. Das gilt für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene.

Erkenntnisse zur Einweisung und Ausbildung im Gebrauch des Hilfsmittels Rollstuhl

>>> zum evaluierten Umfrage-Ergebnis

Der passende Rollstuhl

Nicht nur richtiges Schuhwerk, auch richtiges Fahrwerk ist wichtig. Das gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Richtig mobil zu sein setzt voraus, dass der Rollstuhl immer richtig angepasst und eingestellt ist. Nur unter diesen Voraussetzungen werden ökonomische und physiologische Fahrtechniken sichergestellt. Anpassung und Einstellungen des Rollis müssen ständig kontrolliert und aktualisiert werden. Denn veränderte Körperproportionen oder auch bessere Fähigkeiten im Umgang mit dem Rolli stellen neue Anforderungen an diesen. 

Adaptation
• Anpassung der Grundmaße
• Niedriger Rollwiderstand
• Mobiles Fahrwerk 
• Schwerpunkt in Nähe der Drehachse (dynamische Einstellung der Hinterachse siehe unten) 
• Grundsätzliche Stabilisation zur Rumpfkontrolle (dynamisch)
• Ergonomische Schulter- und Armbewegungsfreiheit 
• Schulterblätter möglichst frei beweglich 
• Bewegungsamplitude groß genug um Kompensationen auszuschließen 
• Kippsicherung mit Kippfreiheit

Einstellungssache
Um eine selbstständige Fortbewegung zu erreichen, sollte sich die Drehachse des Rollstuhls (A) nahe dem Körperschwerpunkt (B) befinden. 
Der Kippwinkel (C) ist so relativ klein, der Rollstuhl dadurch wendig und effektiver zu manövrieren.

Beherrscht der Rollstuhlfahrer die Fahrtechniken noch nicht, schützt die Kippsicherung durch ein oder zwei kleine Räder (D), die nach hinten stehen und ein- bzw. auszuklappen sind, vor dem Überkippen. Das Versetzen der Antriebsräder nach hinten, um der Kippgefahr entgegenzuwirken, ist nicht sinnvoll, da es das Fahren, insbesondere das Drehen und Lenken des Rollstuhls, nur erschwert.

Ein Buch macht mobil
Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser, denn es geht darum „richtig mobil“ sein. Der Leitfaden rund um den Rollstuhl sorgt für Aufklärung und entscheidende Hilfe im Umgang mit dem Rollstuhl:

Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“
von Susanne Bröxkes und Ute Herzog, ISBN 3-9809245-0-5

Das Buch kann über das Bestellformular in der DRS-Geschäftsstelle Duisburg bestellt werden.

Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse

Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband bietet mit unterschiedlichen Kooperationspartnern Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse an. Diese Kurse beinhalten neben dem Erlernen und der Verbesserung der Mobilität mit dem Rollstuhl noch weitere Aspekte, die für den Alltag mit dem Rollstuhl wichtig sind.

Die Mobilitäts- und Rollstuhltrainingskurse eignen sich für alle Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind. Veranstaltet werden diese Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 

Für die Durchführung der Kurse ist ein ausgebildetes Übungsleiterteam aus Sportlehrern und Rehabilitationsfachkräften verantwortlich. Mach Möglichkeit sind immer erfahrene Rollstuhlfahrer im Team. Die Eltern von teilnehmenden Kindern werden in die Ausbildung mit einbezogen. Am Ende des Trainings wissen alle mit dem Rollstuhl besser umzugehen.

Bei Fragen zum Thema Rollstuhlmobilität schreiben Sie uns gerne eine kurze E-Mail. – Wir melden uns bei Ihnen!

 

Termine

Hier geht’s zu den laufend aktualisierten Terminen der Trainingskurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsende.

Fit bleiben zuhause - Stabgymnastik für Rollstuhlfahrer*innen

Stabgymnastik für Rollstuhlfahrer*innen – Der DRS gibt Tipps für ein Training zu Hause

Langes Sitzen verursacht schnell Rückenbeschwerden. Bestimmte Muskelgruppen werden einseitig belastet, andere unzureichend gefordert. Für den sicheren Umgang mit dem Rollstuhl ist gerade die Kraft und Beweglichkeit der Oberkörpermuskulatur wichtig. Experten des DRS haben ein Trainingsprogramm mit Ausgleichsübungen zusammengestellt.

Hier erhalten Sie eine digitale Version für Ihren PC – und hier können Sie ein Poster (max. 2 Exemplare) kostenlos bestellen:

Deutscher Rollstuhl-Sportverband
Daniel Jakel
Friedrich-Alfred-Allee 10
47055 Duisburg
Fon 0203 7174 182
info@rollstuhlsport.de

Quellenhinweis: Die im Poster aufgezeigten Übungen sind Beispiele aus der DVD „Funktionelle Oberkörpergymnastik für Rollstuhlfahrer“ und dem Lehrbrief „Rollstuhlsport“. Beide Medien können sie HIER käuflich beim DRS erwerben.

Videoreihe „Funktionelle Oberkörpergymnastik für Rollstuhlfahrer*innen“

Sport erhält nicht nur die körperliche Mobilität, sondern fördert ganz nebenbei auch den sicheren Umgang mit dem Rollstuhl. Doch es muss nicht gleich ein Marathon sein – oft fehlt es auch einfach an Zeit oder regionalen Möglichkeiten, sich im Verein oder Fitness-Studio sportlich zu betätigen. Schon regelmäßig ausgeführte, einfache Übungen, die Sie zuhause im Wohnzimmer durchführen können, verbessern die Mobilität und Kraft der entscheidenden Arm- und Rumpfmuskulatur. Diese ist täglich gefordert: beim Antreiben des Rollstuhls aber auch für Stützgriffe, um das Gesäß zu entlasten oder Transfers durchzuführen.

Peter Richarz vom DRS und Stefan Lange, Fitness- und Mobilitätstrainer für Rollstuhlfahrer, haben diese funktionelle Oberkörpergymnastik bereits 2007 entwickelt, nun sind die Trainingsvideos auch als Online-Video verfügbar.

Mobilisiert und gedehnt wird ,je nach Läsionshöhe, die Muskulatur in:

  • Armen (Bizeps, Außenrotatoren,Trizeps)
  • Brust
  • Hals
  • Hinterer und vorderer Schultergürtel
  • Rumpf
  • Wirbelsäule

Ziele sind eine individuell gesteigerte Beweglichkeit und mehr Fitness. Die Belastbarkeit des Einzelnen sollte jedoch nicht überschätzt werden. Und: Realistische Erwartungen und regelmäßiges Training sind besonders wichtig für ein Erfolgserlebnis.

Die Übungen eignen sich für Paraplegiker und – moderat ausgeführt – auch für den Tetraplegiker. Anfängern wird empfohlen, die Übungen auch mit ihren Therapeuten gemeinsam zu erlernen. Bitte beachten Sie, dass Sie die Übungen vor der Durchführung unbedingt auch mit Ihrem Arzt besprechen!

Quellenhinweis: Die im Video gezeigten Übungen sind Trainingsanleitungen aus der DVD „Funktionelle Oberkörpergymnastik für Rollstuhlfahrer“ von Peter Richarz und Stefan Lange (©Urheberrechtlich geschützt)– diese können sie HIER auch käuflich beim DRS erwerben. Weitere Videos finden Sie außerdem auf unserer Youtube-Seite.

Videoreihe "DRS-Workout für Rollstuhlfahrer*innen"

In Zeiten von Corona und sozialer Distanz ist auch der Sport eingeschränkt, viele Menschen können nicht wie gewohnt ihren Sport ausüben. Dabei ist es insbesondere für Menschen mit Behinderungen wichtig, in Bewegung zu bleiben. In dieser neuen Videoreihe zeigen verschiedene Fachbereiche des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands  deshalb mit speziellen Trainingsvideos für Rollstuhlfahrer*innen, wie einfach es ist, auch zu Hause mit unkomplizierten Übungen und der Hilfe von alltäglichen Gegenständen fit zu bleiben.

Im ersten Teil „Fitnesstraining mit Gewichten“ stellt Timon Luu (DRS-Übungsleiter, WCMX-Weltmeister Division 3 im Jahr 2019 und stellvertretender Vorsitzender des DRS-Fachbereichs „WCMX“) ein einfach umzusetzendes Schulter-Armtraining mit Gewichten vor:

Die Übungen können täglich 1 – 3x durchgeführt werden. Sie sollen insbesondere die vorhandene Muskulatur zum Rollstuhlfahren und Transferieren erhalten sowie zur Gesundheit der Schultermuskulatur beitragen. Das Gewicht sollte so gewählt werden, dass die Übungen sicher durchführbar sind, aber eine Belastung spürbar ist. Ein Trainingseffekt entsteht, wenn ein Trainingsreiz gesetzt wird. Diesen kann man an folgenden Beobachtungen erkennen: Die Muskulatur wird warm, die Muskulatur brennt, die Muskulatur ermüdet im Laufe der jeweiligen Übung.

Anfängern wird empfohlen, die Übungen mit ihren Therapeuten gemeinsam zu erlernen. Bei bekannter Problematik des Schultergelenks sollten die Übungen vorab ärztlich abgesprochen werden!

Weitere Fitness-Videos des DRS finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.
Mehr Infos zum DRS-Fachbereich „WCMX“. finden sie HIER.
Mehr Infos zur Aus- und Fortbildung im DRS finden Sie HIER.

Text: DRS-Lehrwartin Nora Sties