Als Auftakt zum „Spiel der Legenden“ in Alfeld (NI) durften die All-Stars zum ersten Mal Handball im Rollstuhl erleben

Am vergangenen Wochenende, 7. Januar, richtete die Handballabteilung des SV Alfeld das heiß ersehnte „Spiel der Legenden“ aus. Ein Benefizspiel zwischen den All-Stars, einer Mannschaft aus ehemaligen deutschen Nationalspielern, und der KWG-Regio-Cup Auswahl. Das Hauptspiel gegen die KWG-Regio-Cup Auswahl gewannen die All-Stars nach einem spannenden Spiel mit einem Tor. 

Eröffnet wurde das Handball-Event mit einem zwanzigminütigen Rollstuhlhandball-Spiel. In den Stühlen befanden sich zu gleichen Teilen erfahrenen Rollstuhlhandballer der RSG Blue Bandits und eine Auswahl an All-Stars, die sich unter anderem zum ersten Mal in einem Sportrollstuhl befanden. Darunter auch Michael Biegler, der gemeinsam mit Heiner Brand die an diesem Abend die All-Stars trainierte, Kreisläufer Christian „Blacky“ Schwarzer und Torwart Hennig Fritz.

Angeregt wurde die Rollstuhlhandball-Einlage von Christoph Armbruster, der selbst begeisterter Rollstuhlhandballer ist. Er vermittelte den Kontakt zur Fachbereichsleitung Rollstuhlhandball des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes, Dr. Meike Lüder-Zinke, die in ihrem Verein, RSG Hannover ´94, eine Rollstuhlhandball-Mannschaft leitet. Vor Beginn des Spiels erstaunte Dr. Lüder-Zinke die Zuschauer mit ihren Ausführungen zum Rollstuhlhandball, in dem sie sich einfach aus dem Rollstuhl erhob und anschaulich demonstrierte, dass Rollstuhlhandball eine wahrhaft inklusive Sportart ist. Sie berichtete davon, dass bald auch in Deutschland Rollstuhlhandball im Ligabetrieb betrieben werden wird und Jung und Alt, Frau und Mann sowie Sportler*innen mit und ohne Behinderung teilnehmen können. Das Vergnügen, die faszinierende Handballart im Rollstuhl kennen zu lernen, erlebten auch die Ex-Nationalspieler. Sie mussten sich anfangs erst an ihr neues Sportgerät, den Rollstuhl, gewöhnen und rollten mit gewisser Vorsicht über das Feld. Das legte sich allerdings bald, die Spieler begannen allerdings sichtlich Spaß an den Herausforderungen des Rollstuhlhandballs zu entwickeln.  Vor allem der erfolgreiche Abschluss stellte sich, durch die veränderte Wurfposition aus dem Rollstuhl als schwierig für die All-Stars heraus, erreichten doch die Bälle noch nicht mit gewohnter Stärke und Präzision das Tor. Nicht überraschend wurden die ersten Tore auf beiden Seiten der gemischten Teams von erfahrenen Rollstuhlhandballern erzielt. Trotzdem konnten die All-Stars ihre Handballerfahrung in vielen Situation, z.B. mit zielgenauen langen Pässen beim Tempogegenstoß und beim Verstellen der Fahrwege in der Abwehr, einbringen.

Der Fokus des Spiels lag aber auf Spaß und so erfolgten auf dem Spielfeld nicht nur gutmütige Wortgeplänkel, sondern auch Aktionen, wie das Anhängen an gegnerische Rollstühle. Die gemischten Teams trennten sich mit einem knappen 4:3. Michael Biegler erklärte im Anschluss: „Das ist ein wunderbarer Sport. Und in meinen Augen absolut förderungsfähig.“ Auch Dr. Lüder-Zinke zeigte sich begeistert von dem Event: „Für uns war es ein wunderbares Erlebnis mit den All-Stars und vor so vielen Zuschauern zu spielen.“ 

Zur Sportart: Rollstuhlhandball, ein neuer Trend im Handballsport

Rollstuhlhandball ist ein neuer Trend im Handballsport und kombiniert innovativ den komplexen Umgang mit dem Handball und dem neuen Sportgerät Rollstuhl. Das bedeutet nicht nur für jeden Sportler eine Herausforderung an Geschicklichkeit, auch der geübte Handballer kann dabei erstmal an seine Grenzen geraten. Schnelligkeit, Spaß, Kampfgeist und Fitness machen die Faszination dieses modernen Sports aus. Sensationell dabei ist, dass durch den integrativen Ansatz junge und alte Menschen, Männer und Frauen mit und ohne Behinderung gemeinsam in den Genuss des Spiels kommen können. Weltweit ist Rollstuhlhandball bereits seit Jahren im Turnierbetrieb unterwegs.

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Text / Foto: Rollstuhlhandball.de