Zum SCI-Day am 5. September 2025:

Bereits zum 10. Mal ruft die Internationale Rückenmarkgesellschaft (ISCoS) zum Internationalen Tag der Querschnittlähmung (SCI-Day) auf. Zum diesjährigen SCI-Day, der unter dem Motto „Sturzprävention, Schutz des Rückenmarks“ steht, veröffentlicht die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) e.V. aktuelle Ergebnisse der German Spinal Cord Injury Survey (GerSCI).

Die von der Klinik für Paraplegiologie des Universitätsklinikums Heidelberg (Direktor: Prof. Dr. med. N. Weidner) koordinierte Befragungsstudie liefert umfassende Einblicke in die Lebensrealität von Menschen mit Querschnittlähmung in Deutschland. An der nach 2017 zum zweiten Mal durchgeführten internationalen InSCI-Studie, initiiert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der ISCoS und der Internationalen Gesellschaft für Physikalische und Rehabilitationsmedizin (ISPRM), nahmen 2023/2024 weltweit 32 Länder teil. In Deutschland beteiligten sich 15 Zentren der DMGP. Mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung (DSQ) wurden rund 23.600 betroffene Personen kontaktiert, von denen 2.670 die 90 Fragen der GerSCI-Umfrage beantwortet haben, 90 % davon online. Rund 20% aller Querschnittlähmungen in Deutschland sind durch Stürze verursacht, die meisten führen zu Lähmungen an Armen und Beinen (Tetraplegie). Die Ergebnisse der GerSCI-Befragung zeigen schwerwiegende Folgen der Querschnittlähmung auf, die weit über die allgemein bekannte Rollstuhlabhängigkeit hinausgehen:

• Fast 50 % aller Befragten leiden unter ausgeprägten bis extremen Schmerzen.

• Über ein Drittel berichten über erhebliche Beeinträchtigungen der Blasen- und Darmfunktion.

• Über 40 % berichten über erhebliche Einschränkungen der sexuellen Funktionen.

„Die GerSCI-Zahlen machen deutlich: Eine Querschnittlähmung bedeutet einen massiven Verlust an Selbständigkeit und Lebensqualität und stellt eine große Herausforderung hinsichtlich der medizinischen Versorgung, der Hilfsmittelversorgung und der gesellschaftlichen Teilhabe dar. Umso wichtiger sind öffentliche Präventionskampagnen zur Aufklärung über Sturzrisiken bei jungen (Kopfsprung in flaches Wasser) und über Maßnahmen zur Sturzvorbeugung bei älteren Menschen (Sturz im häuslichen Umfeld)“, betont PD. Dr. med. Andreas Badke, erster Vorsitzender der DMGP.

Die Wiederholung der GerSCI-Erhebung ermöglicht erstmals Aussagen zu zeitlichen Trends als Grundlage für gezielte Verbesserungen der Versorgung und Inklusion. Der Vergleich mit anderen europäischen Ländern wird helfen, strukturelle Schwächen in der Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung in Deutschland zu identifizieren und politische Handlungsfelder aufzuzeigen. Über die DMGP Die Deutschsprachige Medizinische Gesellschaft für Paraplegiologie e.V. (DMGP) setzt sich seit über 25 Jahren für die umfassende medizinisch-rehabilitative Versorgung und die gesellschaftliche Inklusion von Menschen mit Querschnittlähmung ein.