Anja Wickers nächster Streich

Zweites Rennen bei den Paralympics 2026, zweite Medaille für Anja Wicker. Nach Bronze im Biathlon-Sprint über 7,5 Kilometer am Samstag bei den Frauen sitzend lief die 34-Jährige vom MTV Stuttgart am Sonntag im Biathlon-Einzelrennen über 12,5 Kilometer zu Silber. Sie lieferte sich ein packendes Rennen um Gold mit der Südkoreanerin Yunji Kim, die im Ziel 12,8 Sekunden Vorsprung hatte. Bronze ging an Kendall Gretsch aus den USA. Deren Teamkollegin Oksana Masters wurde nach Gold im Sprint diesmal Vierte. Für Andrea Eskau (USC Magdeburg) endete das Rennen mit einer Disqualifikation.

Die erste Strafminute gleich nach dem ersten Versuch – das Schießen ging für Anja Wicker am Sonntag alles andere als optimal los. Danach aber traf die Stuttgarterin 19-mal ins Ziel und setzte damit die Grundlage für ihre zweite Medaille in Tesero (Val di Fiemme) und ihre fünfte insgesamt bei Paralympischen Spielen. Ihre Kontrahentin Kim schoss zwar zweimal daneben, war in der Loipe aber die überragende Läuferin des Tages. Gretsch (36 Sekunden hinter Kim) und Masters (+ 47,8 Sekunden) leisteten sich wie Wicker je einen Fehler.

„Zwei Rennen, zwei Medaillen. Davon träumt man. Ich muss mich kneifen“, sagte Wicker, die nach eigenen Angaben ganz ohne Druck an den Start gegangen war. „Ich hatte mein Ziel schon mit Bronze gestern erreicht und jetzt das i-Tüpfelchen draufgesetzt.“ Über den Schießfehler zu Beginn konnte sie am Ende lachen. „So will ich ein Einzel eigentlich nie, nie, nie beginnen. Aber ich bin stolz, dass ich danach alles getroffen habe, sonst wäre es eng geworden mit dem Podium.“ Und tatsächlich war es nach Angaben des deutschen Schießtrainers Rolf Nuber wohl auch bei den Treffern eng, dass die Scheiben falle. „Wir brauchen demnächst Baldrian-Tropfen. Mit einem Fehler mehr hätte es nicht gereicht“, sagte der hochzufriedene Bundestrainer Ralf Rombach.

Hinter Andrea Eskaus Name tauchte kurz nach dem Zieleinlauf ein DSQ auf. Zunächst Siebte als Einzige im Feld ohne Schießfehler, wurde sie wegen einer versehentlich nicht ordnungsgemäß genommenen Wende disqualifiziert. Videoaufnahmen belegten das. Die 54-Jährige nahm es mit Humor. „Eigentlich war das Rennen super. Aber so ist das halt im Leben. Manchmal hat man kein Glück und manchmal kommt auch noch Pech hinzu“, sagte sie.

 

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Text: DBS
Foto: Anja Wicker © Daniel Kopatsch / VOIGT / DBS