Vollzeit-Arbeiter chancenlos gegen Vollzeit-Profis

Die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft hat das zweite Gruppenspiel gegen Paralympics-Sieger USA erwartungsgemäß verloren. 0:13 (0:6, 0:5, 0:2) leuchtete es am Ende auf der Anzeigetafel in der Mailänder Arena, wobei das Team von Peter Willmann das Duell gegen die beste Mannschaft der Welt schnell abhaken muss. Denn weiter geht es schon in wenigen Stunden mit dem Highlight gegen Gastgeber Italien.

Der Spielverlauf ist schnell erzählt: Die USA legten von Beginn an mit großer Power vor, erzielten bereits nach knapp einer Minute die frühe Führung und dominierten die Partie in allen Bereichen nach Belieben. Das war keine Überraschung, zu gut sind die US-Amerikaner. Eine Sensation wie vor 20 Jahren in Turin, als Deutschland die USA mit 2:1 bezwang, war schon im Vorfeld ausgeschlossen. Zu groß sind die Unterschiede im Kräfteverhältnis.

„Die Amerikaner verdienen damit ihr Geld und sind den ganzen Tag auf dem Eis. Wir sind Vollzeit-Arbeiter und messen uns mit Vollzeit-Profis, das sieht man dann auch am Ergebnis“, sagt Felix Schrader (29) von den Hannover Ice Lions, der Ende des ersten Drittels den ersten und einzigen deutschen Torschuss der Partie markierte. Da stand es allerdings schon 0:6 aus deutscher Sicht. „Wir hatten trotzdem ein paar gute Aktionen. Uns zeichnet aus, dass wir auf dem Eis weiter Spaß haben, wir saugen das auf und nehmen die Erfahrung mit.“

„Wir können das einordnen, es ist auch keine Blamage“

Im zweiten Drittel trafen die Amerikaner fünfmal, im Schlussdrittel noch zweimal. Deutschland wehrte sich nach Kräften, erzielte jedoch keinen Ehrentreffer mehr – im Gegensatz zu den Italienern, die ihr Match gegen die USA mit 1:14 verloren. Cheftrainer Peter Willmann: „Wenn man gegen die Nummer eins der Welt spielt, weiß man, was einem blüht. Sie kommen von Anfang an mit Highspeed und haben generell das höchste Tempo, dass es gibt in diesem Turnier. Die Amerikaner haben dann heruntergefahren, wir uns im Spielverlauf besser positioniert und dann ging es etwas besser.“ Für sein Team sei das ein Lernprozess, sagt Willmann: „Wir können das einordnen. Daher sind wir auch nicht niedergeschlagen und es ist auch keine Blamage.“

Der Jüngste im deutschen Para Eishockey-Team, der am Spieltag seinen 19. Geburtstag feierte, hätte gerne ein Tor erzielt gegen den Paralympics-Sieger, wenngleich ihm das verwehrt bliebt: „So ein Duell zum Geburtstag ist trotzdem ein schönes Geschenk und macht Spaß.“ Die Kampfansage des Bergneustädters, der für den TuS Wiehl spielt, kam gleich hinterher: „Unser Ziel ist jetzt, dass wir wie bei der WM im Vorjahr die letzten drei Spiele gewinnen und den fünften Platz klarmachen.“

Nach dieser Rechnung muss der erste Sieg bereits am Dienstag her, wenn Deutschland im letzten Gruppenspiel auf Gastgeber Italien trifft. Los geht es bereits um 10.05 Uhr – nur wenige Stunden nach dem Ende der heutigen Partie. Die Entscheidung, ob das Team von Peter Willmann letztlich um Platz fünf oder Platz sieben spielt, fällt jedoch erst im Überkreuzspiel am Donnerstag – entweder gegen den Dritten oder Vierten der anderen Gruppe, Japan oder Slowakei.

 

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Text: Kevin Müller / DBS
Foto mit Malte Brelage:  © Ralf Kuckuck / DBS