Übungen zur Selbstverteidigung

Beim letzten romowo Kurs konnten die Teilnehmer auch Sportarten kennenlernen, die ihnen bisher unbekannt waren, wie free style rock, Kampfsport oder Boccia. Der Wunsch nach einem Kurs in Selbstbehauptung konnte zusammen mit dem Turnverein von 1848 Coburg e.V. (TV48) zeitnah verwirklicht werden.

Die Bitte, Kopfkissen für eine Kisssenschlacht zum Kurs mit zu bringen irritierte einige TeilnehmerInnen schon. Aber dann wurde bei diesem Spiel sehr deutlich gezeigt, welche Abwehrstrategie, Körperhaltung oder passende Atemtechnik zu sehen und zu verbessern war. Die Steigerung mit den Stöcken bestand vor allem darin sehr intensiv zu erleben, wie viel Gewalt da ohne körperliche Blessuren erlebbar ist. Der übliche Schlagen auf die Pratzen war der Schluß des Moduls „austeilen und aushalten“. Die Erfahrung von TeilnehmerInnen, dass sie deutlich mehr können als sie selbst sich zutrauten,war ja auch das Ziel dieses Seminars.

Die Teilnehmer wünschten dann mehr über Prävention und Sicherheit zu erfahren. Im Block „Gefahrensituationen“ stellte jeder Teilnehmer eine für ihn bedrohliche Situation vor. Gemeinsam wurden verschiedene Möglichkeiten erarbeitet und sofort auch ausprobiert, wie eine Lösung aussehen könnte. Je nach körperlichen Voraussetzungen waren so ganz verschiedene Ansätze und Ausführungen möglich. Da Menschen mit Behinderungen erst einmal davon ausgehen müssen, dass entsprechend „asoziale“ Angreifer stärker sind, sind passende eher präventive Handlungsansätze zu überlegen. Vor allem der richtige Einsatz der Stimme war am schnellsten und effektivsten zu üben.

Auch der Fall der direkten Bedrohung wurde behandelt. Es zeigte sich auch, dass Faustschläge nicht immer eine gute Aktion sind, Hebel zur Selbstverteidigung sind möglicherweise einfacher und wirkungsvoller. Auch die doch recht harten Kanten des Rollstuhl können Gegner an den Beinen empfindlich weh tun. Da in einem Tageskurs keine komplizierten Kampftechniken dauerhaft gelernt werden können war das Ziel, sich des eigenen Könnens bewußter zu werden.

 

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Text: Helmut Gensler
Fotos: © Privat