Zertifikatslehrgang SPORTCOACH (GUV) 2026
Am vierten Juniwochenende fand der zweite Lehrgang zur Zertifizierung im Sportcoaching statt. Bereits seit 2025 bietet der BRSNW dieses Format nach den Grundsätzen zur Förderung von Sport in der gesetzlichen Unfallversicherung an. Projektpartner sind daher auch zwei Berufsgenossenschaften: die BG für Handel und Warenlogistik sowie die BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.
Nach Arbeitsunfall oder Berufskrankheit sollen Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung auf ihrem Weg zu Bewegung und Sport begleitet und unterstützt werden. Hier setzt das Sportcoaching an: Ein Sportcoach hilft den Versicherten auch bei schweren Beeinträchtigungen, Möglichkeiten zu finden und individuell passende Lösungen für körperliche Aktivität umzusetzen. Unter der Leitung von Dr. Georg Schick (BRSNW) und Peter Richarz (DRS und BG Klinikum Hamburg) bereitete der zweite Zertifikatslehrgang des BRSNW in Kooperation mit BGHW und BGW die Teilnehmenden auf ihre Tätigkeit als Sportcoach vor. Das gemeinsame Ziel ist die Teilhabeförderung von BG-Versicherten durch gleichberechtigte sowie nachhaltige Teilnahme an Bewegungs- und Sportaktivitäten.
Engagiert: Teamwork bei Rekordtemperaturen
An drei Lehrgangstagen (Freitag bis Sonntag) wurden die angehenden Sportcoaches auf ihre Rolle als Motivator, Begleiter, Lotse und Vermittler von Bewegungs- und Sportangeboten für BG-Versicherte vorbereitet. Sie kamen aus acht Bundesländern sowie unterschiedlichen pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern – wie Sportverein, Sportverband, Therapie (ambulant/stationär) oder Reha-Management. Mit diesen vielfältigen Hintergründen bildete die Lerngruppe schnell ein produktives Team, das intensiv zusammenarbeitete. Gemeinsame Bewegungsfreude erlebten sie während der Sportpraxis. Die unerwartet hohen Temperaturen auf dem Höhepunkt der Hitzewelle waren eine Herausforderung und zugleich Anlass für einen wiederkehrenden Lerninhalt: die angemessene Belastungsdosierung. Sie erfordert die Fähigkeit, körperliche Signale zu erkennen, Belastungsgrenzen einzuschätzen und das Bewegungsverhalten angemessen zu regulieren. Diese Sensibilität ist entscheidend für gelingendes Sportcoaching, denn es soll zu Sportaktivitäten motivieren, aber keinesfalls durch Überforderung abschrecken.
Anschaulich: Reha-Manager und Fallbeispiele
Das Lehrgangskonzept wurde weiterentwickelt – aufbauend auf den Erfahrungen und dem Feedback aus dem ersten Lehrgang im November 2025. So war dieses Mal mit Jörg Nagierski (BGHW) ein langjährig erfahrener Reha-Manager eingeladen. Der Reha-Manager hat die Aufgabe, zwischen Versicherten und Sportcoaches zu vermitteln. Er ist die zentrale Ansprechperson der Sportcoaches. Unterstützt durch Martin Kögler (BGHW-Referent Reha-Management und Teilhabe) stellte Nagierski die Tätigkeiten und Funktionen eines Reha-Managers konkret dar, um den angehenden Sportcoaches Orientierung zu geben. Anhand vielfältiger Fallbeispiele mit unterschiedlichen Krankheitsbildern und Behinderungsformen erarbeiteten sie verschiedene praxisrelevante Szenarien, die beim Sportcoaching auftreten können. In der Gesamtgruppe wurden diese Fallbeispiele aufgearbeitet und vertieft.
Differenziert: Sportpraxis möglich machen
Die von Richarz und Schick angeleiteten Spiel- und Übungsformen zu Kooperation, Teambuilding, kognitivem Training, Körperwahrnehmung und Entspannung markierten gangbare Wege der praktischen Arbeit mit den Versicherten. Elemente aus Life Kinetik, Feldenkrais und Psychohygienetraining kamen dabei zum Einsatz. Angesichts der großen Bandbreite möglicher Schweregrade von Einschränkungen müssen Sportcoaches individualisiert sowie differenziert und mit Fingerspitzengefühl vorgehen. So ist es auch bei starken Einschränkungen und chronischen Schmerzen möglich, Versicherte an Bewegungs- und Sportaktivitäten behutsam heranzuführen. Die Selbsteinschätzung auf klar strukturierten Borg-Skalen hilft dabei, die Belastung nach dem subjektiven Belastungsempfinden zu steuern. Bereichert wurde die Praxis durch einen Input des Teilnehmers Hans-Peter Gierden, der Elemente der Methode Tension and Trauma Releasing Exercises (TRE) vorstellte.
Einsatzbereit: „Bin angefixt und inspiriert“
Nach den beiden Lehrgängen 2025 und 2026 stehen inzwischen rund 40 Sportcoaches bundesweit zum Einsatz bereit. Ihr Feedback am Lehrgangsende unterstreicht ihre Motivation: „bin angefixt und inspiriert“, „habe meine Begriffsdefinition von Sportcoach erweitert“, „erfolgreich genetzwerkt!“, „sehr guter Austausch“, „hohe Fachlichkeit“ und „gute Vorbereitung durch Fallbeispiele“. Offensichtlich sind der BRSNW und die BG-Partner mit den Sportcoaches auf einem zielführenden Weg. Und der wird fortgesetzt: Ein weiterer Zertifikatslehrgang ist 2027 in Sachsen geplant. Sobald Lehrgangsort und Termin feststehen, werden wir darüber informieren – auf unseren bekannten Kommunikationskanälen (BRSNW-Website, Newsletter, Qualifizierungsportal, Social Media).
Für weitere Informationen steht Dr. Georg Schick gerne zur Verfügung: schick@brsnw.de
Hintergrundinformationen
>>> www.brsnw.de/qualifizierung/zertifikatslehrgang-sportcoach-guv

















