SCHACH AUF DEM EIS

Curling

Rollstuhlcurling ist in Deutschland noch eine junge Sportart und wird erst seit 2003 offiziell gespielt. Seit 2006 ist Rollstuhlcurling als Sportart für Menschen mit Behinderungen bei den Paralympics vertreten. Rollstuhlcurling hat sich in den letzten Jahren in verschiedenen europäischen Ländern zu einer beliebten Sportart entwickelt. Großes taktisches Geschick und feinfühliges Abgeben des Curlingsteines sind die Voraussetzungen für den Erfolg.

So geht’s los
Wer gern einmal Rollstuhlcurling ausprobieren möchte, sollte warme Kleidung und gute Bremsen am Rollstuhl mitbringen. Mehr Voraussetzungen gibt es nicht, denn Curling spielen kann jeder. Auf unserer Vereinslandkarte können Sie nach Sportaten gefiltert den passenden Verein in Ihrer Nähe zum Ausprobieren suchen. Bei der Suche nach einem geeigneten Club helfen auch die DRS-Ansprechpartner gerne weiter.

Liga
Ein Ligabetrieb in Deutschland wird angestrebt. Die Deutsche Meisterschaft für Rollstuhlcurler findet jährlich statt. 2013 wurden vom Deutschen Curling Verband und dem DRS drei Inklusionsturniere ausgetragen, an denen Rollstuhlfahrer und Fußgänger teilnahmen. 

Sportgeräte
Der Stein wiegt maximal 19,96 kg (einschließlich Griff und Bolzen), darf einen Umfang von 91,44 cm nicht überschreiten und besteht aus Granit. Die Lauffläche ist in einer Ringform geschliffen; zu vergleichen mit einer Untertasse. Der Stein wird beim Rollstuhlcurling entweder mit der Hand oder mit einem Stick abgegeben. Der Spieler muss mit genau dem Spielzug entsprechender Kraft den Stein mit Hilfe des Sticks und dem nötigen Handle versuchen, den Stein ins gegenüberliegende Haus zu spielen. Der Krafteinsatz variiert je nach Aufgabenstellung. Soll z. B. ein gegnerischer Stein aus dem Haus gespielt werden (Take Out), muss der Spielstein schnell gespielt werden. Der Krafteinsatz ist daher anders als bei einem Draw (Legestein) sehr dynamisch.

Der Stick, ein teleskopartiger Stiel ist der verlängerte Arm des Spielers und kann je nach Bedarf in der Länge verändert werden. Mit ihm wird der Stein in Richtung gebracht und abgespielt. Dabei wird dem Stein das nötige Handle gegeben. Er ist am Ende mit einer Aufnahme ausgestattet, die es ermöglicht, den Griff des Steines zu fassen.

Regeln
Ziel des Spiels ist es, pro Durchgang (End) acht Granitsteine näher am Mittelpunkt eines Kreises zu platzieren als der Gegner. Der Zielkreis (House) befindet sich am Ende einer 43 Meter langen Eisbahn, was den Sportlern ungeheure Präzision abverlangt. Anders als beim Fußgänger-Curling besteht ein Wischverbot. Rollstuhlcurler müssen daher noch viel genauer schießen, da der Lauf des Steins nicht mehr durch Wischen beeinflusst werden kann.
Der Stein kann von Hand oder mit einem Extender in die richtige Richtung geschoben werden. Hierfür benötigt der Spieler nicht übermäßig viel Kraft, da der Granitstein durch seine Trägheit fast wie von selbst über das Eis gleitet. Der Rollstuhl steht während des Schießens sicher auf dem Eis, und kann zusätzlich von Mitspielern gehalten werden.
Oft wird der Sport Schach auf dem Eis genannt. Der Mannschaftsführer (Skip) muss mehrere Spielzüge vorausdenken, um seinem Team die richtigen taktischen Anweisungen zu geben. Dabei kommt es nicht selten vor, dass ein mehrstündiges Spiel erst mit dem letzten Stein entschieden wird. Nervenstärke ist also für Curler durchaus förderlich.
Eine Mannschaft besteht in der Regel aus vier Spielern, bei denen mindestens ein Tetraplegiker und ein Mitspieler des anderen Geschlechts mit von der Partie sein müssen. 

Klassifizierung
Die Sportler spielen aus einem Rollstuhl heraus, es gibt keine Unterteilung in Klassen.

Internationale Erfolge
Bei den paralympischen Spielen in Vancouver 2010 nahm erstmals auch ein deutsches Team teil. Bei den paralympischen Spielen 2018 in PyeongChang war ebenfalls ein deutsches Nationalteam vertreten.

Weiterführende Links
www.facebook.com/WheelchairCurlingTeam Germany
www.curling-verband.de – Nationaler Curling-Verband
www.paralympic.org/sport/wheelchair-curling – IPC-Infoseite Rollstuhlcurling