In Hamburg bietet der DRS Schulprojekte in Kooperation mit diversen Partnern und Förderern an. Mit langjähriger Unterstützung durch das BG Klinikum Hamburg (BGKH) und enger Vernetzung mit der Behörde für Schule und Berufsbildung besuchen Referenten des DRS unter dem Namen „Rollstuhlsport macht Schule“ bereits seit 2008 erfolgreich Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen in der gesamten Hansestadt.

Inklusion und Aufklärung: Durch die große regionale Nachfrage und wachsendes öffentliches Interesse rund um das Thema „Inklusion in Schulen“ sind seit 2016 mit dem „Perspektivwechsel“ und der „Hamburger Rolli-Allianz“ (ab März 2017) weitere Folgeprojekte entstanden, die alle stets das gleiche übergeordnete Ziel eint: Aufklärung & Abbau von Berührungsängsten durch eine aktive, unmittelbare Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Alltagswelten von Menschen mit Behinderung – einmal Rollstuhlsport „selbst erleben“!

Lernen durch Selbsterfahrung: Rollstuhlfahrer gehören in Deutschland mittlerweile zum alltäglichen Bild in Bus, Bahn oder Supermarkt. Doch nur wenige Menschen wissen, wie es ist sich mit dem Rollstuhl zu bewegen oder dass der Rollstuhl auch ein beliebtes Spiel- und Sportgerät ist. Der DRS und seine Partner bieten allen Neugierigen die Möglichkeit durch eigene Erfahrung den Alltag von Rollstuhlfahrern kennen zu lernen. Dabei werden automatisch Berührungsängste abgebaut und der Rollstuhlsport gewinnt mehr Bekanntheit und Fans. Eine Win-Win-Situation! 

Action vor Ort: Beim Rollstuhlbasketball lernen die Schüler, wie man sich mit dem Rollstuhl bewegt und wie man einen Basketball aus dem Rollstuhl in den Korb wirft. Unsere Referenten, die meist selbst Rollstuhlnutzer sind, stehen für alle Fragen rund um Theorie und Praxis zur Verfügung.

Geheimtipp: Eine wunderbare Ergänzung zu einer Rollstuhlsportstunde ist der Besuch eines „echten“ Rollstuhlbasketballspiels bei den Bundesligisten der BG Baskets Hamburg in der InselPark-Arena in Wilhelmsburg 

Anmeldung: Durch die freundliche Unterstützung unserer Partner sind alle Angebote für Schulklassen kostenfrei. Wegen der großen Nachfrage kann es allerdings zu längeren Wartezeiten kommen. Anmeldeformulare für die Schulprojekte finden sie auf den Unterseiten der einzelnen Projekte.

Hamburger Rolli-Allianz

Unter der Schirmherrschaft der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, schlossen sich im Januar 2017 diverse Partner aus Politik, Wirtschaft und Sport zur „Hamburger Rolli-Allianz“ zusammen. Neben den Initiatoren, dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband, der Stiftung „Allianz für Kinder“ und dem Verein „Allianz für die Jugend“ sind auch die Evangelische Stiftung Alsterdorf, der Hamburger Sportbund sowie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg und das BG Klinikum Hamburg mit an Bord.

Über das Projekt der Hamburger Rolli-Allianz sollen gezielt Schnupperkurse für diverse Rollstuhl-Sportarten angeboten werden. Zielgruppe sind Schüler bis 18 Jahren an allen Hamburger Regelschulen und Schulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Anliegen des Projektes ist es, die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu stärken und so die Frage „Schaffe ich das?“ positiv zu beantworten. Mehr Vertrauen in die eigene Stärke und das Leistungsvermögen solle ihre Mobilität verbessern und damit die aktive Betätigung nachhaltig fördern. Anliegen der Hamburger Rolli-Allianz ist es aber ebenso, Kids ohne Behinderung zum gemeinsamen Miteinander anzuhalten. Bei diesen Begegnungen sammeln behinderte und nicht behinderte Kinder intensive Erfahrungen. So würden neue inklusive Strukturen geschaffen und Akteure des organisierten Sports in Hamburg für das inklusive Sporttreiben sensibilisiert, betonen die Initiatoren.

Federführend bei der Umsetzung des Projektes ist der Deutsche Rollstuhl-Sportverband mit einem speziell dazu entwickelten Konzept. Finanziert werden unter anderem die Anschaffung von Rollstühlen sowie Trainerkosten und die Nutzung von Sporthallen. Das Projekt umfasst in den nächsten drei Jahren insgesamt mehrere Stufen:

Zu Beginn stellt die Rolli-Allianz ihre Möglichkeiten gezielt bei Schulbesuchen vor. Unter anderem werden dazu Probetrainings für Rollstuhl-Basketball gemeinsam für behinderte und nicht behinderte Schüler organisiert. Durch das Mobilitätstraining sollen Kids anschließend sicher Rollstuhl fahren lernen, Alltagstechniken entwickeln und Schnupperkurse für Freizeit- und Sportaktivitäten im Rollstuhl nutzen. Ihre Fähigkeiten können sie dann bei einem Breitensportfest, dem jährlichen „Rollstuhl-Sporttag der Hamburger Rolli-Allianz“, mit verschiedenen Wettbewerben unter Beweis stellen. Außerdem werden unter dem Motto „Train the Trainer“ die beteiligten Lehrkräfte an den Schulen gezielt weitergebildet. Ziel der Hamburger Rolli-Allianz ist es, die Angebote weiter auszubauen und zu ständigen Einrichtungen zu qualifizieren.

Anmeldung: Durch die freundliche Unterstützung unserer Partner ist dieses Angebot für Schulklassen kostenfrei. Aufgrund der großen Nachfrage kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Anfragen richten Sie bitte per E-Mail direkt an die Projektkoordinatorin Tatjana Sieck (Kontakt siehe rechts).

Wie alles begann: „Rollstuhlsport macht Schule“

Langjährige Erfahrung: Das „Ur“-Schulprojekt in Deutschland startete bereits 2007 als bundesweites Pilotprojekt im Rahmen der Rollstuhlbasketball-EM in Wetzlar unter maßgeblicher Initiative des DRS-Lehrbeauftragten und Jugend-Nationaltrainers Peter Richarz. Mit großer Unterstützung durch das BG Klinikum Hamburg (BGKH) und in enger Vernetzung mit der Behörde für Schule und Berufsbildung besuchten Referenten des DRS unter dem Namen „Rollstuhlsport macht Schule“ seit 2008 erfolgreich Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen in der gesamten Hansestadt. Dieses rund zehn Jahre wärendes inklusive Sportangebot konnte durch die freundliche Unterstützung des BG Klinikums Hamburg für alle Schulen komplett kostenfrei realisiert werden.

So lief der Sportunterricht auf Rädern ab: Wir kamen mit Sport- und Alltagsrollstühlen und geschulten Referenten an jede Schule, unabhängig davon, ob es dort Rollstuhlnutzer gibt oder nicht und übernehmen den Sportunterricht. Gerne besuchten wir auch Schulen, die im Rahmen ihrer Projekttage Rollstuhlsport anbieten wollten – wann hat man schon 20 Rollis in der Sporthalle?

Die Schüler hatten Action vor Ort: Beim Rollstuhlbasketball-Spiel lernten die Schüler, wie man sich mit dem Rollstuhl bewegt und wie man einen Basketball aus dem Rollstuhl in den Korb wirft. Unsere Referenten, meist selbst Rollstuhlnutzer, standen für alle Fragen rund um Theorie und Praxis zur Verfügung.

Das Schulprojekt hat über die Zeit so großen Anklang gefunden, auch über die Ländergrenzen hinweg, dass es Zeit war, weitere Hamburger Partner mit ins Boot zu holen: Nun bringt die Hamburger Rolli-Allianz im ursprünglichen Projektsinn den Rollstuhlsport in die Hamburger Schulklassen.

Ansprechpartner:

Tatjana Sieck
Deutscher Rollstuhl-Sportverband
c/o BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Str. 10
21033 Hamburg
Fon 040 7306 1991
 

 

Perspektivwechsel

 

Das Modul „Perspektivwechsel“ ist ein Kooperationsprojekt des HSV mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe Acht und dauert circa 5 ½ Stunden.

Im Rahmen des Moduls erhalten Schüler und Lehrer die Möglichkeit, ihr Bewusstsein für die alltäglichen Herausforderungen für Menschen mit Behinderung zu schärfen. Dabei werden neue Perspektiven und innovative Lösungswege innerhalb der Begegnung auf Augenhöhe u. a. durch nachfolgende Inhalte transportiert:

• Vermittlung von Wissen rund um den Rollstuhl

• Barrierefreie Stadionführung: Mit dem Rollstuhl beim HSV

• Abbau von Hemmschwellen und Ängsten

• Sensibilisierung und Bewusstmachung zur Mobilität von Rollstuhlfahrern

• Bewegungserfahrungen mit dem Rollstuhl im Volksparkstadion

Die Schülerinnen und Schüler können selbst spielerisch Erfahrungen im Umgang mit dem Rollstuhl sammeln: ob beim „Probetraining Rollstuhlbasketball“ oder während der Stadionführung mit dem Rollstuhl – das praktische Erlebnis steht klar im Vordergrund.

Die Unterweisung erfolgt durch Experten mit Rollstuhl und weitere DRS Referenten. Die Praxiseinheiten werden durch einen bebilderten Streifzug der Rollstuhlbasketballhistorie begleitet. In der finalen Reflexionsrunde haben alle Beteiligten die Möglichkeit zum Austausch auf Augenhöhe!

Weitere Information finden Sie auf der offiziellen Webseite.

Foto: Witters

Ansprechpartner:

Stiftung „Der Hamburger Weg“
-Hamburger Weg Klassenzimmer-
Sylvesterallee 7
22525 Hamburg
Fon 040 4155 1545
Fax 040 4155 1541
Telefonisch: 
Mo, Mi, Fr 9-12 und 13-15 Uhr