„Dieses Mal konnte ich dabei sein“ – eine Teilnehmerin berichtet

Seit 2022 kommt Johannes Birkner zu uns ins Rolli Training beim Rolli Treff Franken und wirbt für das Sitwake Camp. Dieses Mal konnte ich dabei sein. Dies ist meine Geschichte:

Ich habe MS und muss mich leider immer wieder von Möglichkeiten verabschieden, die nicht mehr gehen (Gehstrecke immer kürzer, Kraft in Beinen und Händen weniger, nicht mehr selbständig zum Schnorcheln ins Meer zu kommen…) Da war es für mich eine tolle Chance, etwas Neues auszuprobieren, ein aufregendes Angebot für Rolli Fahrer:innen mit viel Unterstützung.

Mutig hab ich mich angemeldet, als es so weit war hatte ich doch ziemlich Schiss. Aber von Anfang an war beeindruckend, wie gut alles vorbereitet war. Die Profis haben anhand unserer Vorangaben schon Boards mit ziemlich passenden Cages und Sitzschalen für uns vorbereitet und gleich wieder anders eingestellt, wenn etwas nicht gepasst hat.

Die Einweisung von Marc Berthold, dem Leiter des Wakepark-Teams, auf was wir achten müssen, damit es sicher ist und dass wir uns erst kleine Ziele setzen sollen, war super gut. Für Schisser wie mich gab es das Angebot, dass junge kräftige Wakeboarder direkt hinter uns fahren und dann sofort da sind, wenn wir ins Wasser fallen und uns unterstützen und aus der Gefahrenzone bringen bis das Boot uns eingesammelt hat. Sogar Physiotherapeuten standen uns zur Seite. Die Angehörigen der Sitwaker waren immer auch offen und hilfsbereit für alle anderen. Gecoacht wurden wir von Vinci Salcher, der gerade als Drittplatzierter von der Europameisterschaft zurückgekommen ist, unterstützt von Freddy Pritzkau der sich mehr um die Anfänger kümmerte.

Es war für mich eine geniale Erfahrung, was Neues und Aufregendes ausprobieren zu dürfen. Mich so gut unterstützt zu fühlen und bis zum Schluss nicht das Gefühl zu haben, dass es blöd ist, dass ich immer noch einen Hinterherfahrer brauche (danke an Phillip und Joscha).

Ich bin am Anfang gar nicht aus dem Wasser gekommen, andere haben schon ganze Runden geschafft. Immer haben die Profis mit überlegt, woran das liegen kann, haben das Board noch mal anders eingestellt, eine Hilfsleine mit angebunden und endlich kam ich raus. Alle haben sich mit mir gefreut. Das erste Tagesziel war erreicht: gerade bis zur ersten Kurve. Am zweiten Tag habe ich fast eine ganze Runde geschafft und freute mich mega. Am dritten Tag habe ich sogar einmal die schwerste letzte Kurve geschafft und die Runde fertig gemacht.

Jede und jeder hatte ihr eigenes Ziel nach seinen Möglichkeiten erreicht. Wenn etwas nicht funktionierte, wurde überlegt und rumgebastelt, bis es besser ging. Alle haben sich mit allen über ihre kleinen und größeren Erfolge gefreut. Es war eine super schöne Stimmung, auch wenn das Wetter nicht immer ganz toll war.

Ich bin wahnsinnig beeindruckt von den vielen Helfer:innen und Engagierten, die ehrenamtlich so viel Zeit, Wissen, Herzlichkeit und Spaß für uns alle einbrachten, alles super gut organisierten und durchführten. Herzlichen Dank an Alle.

Ich habe etwas Tolles erreicht, was ich nicht für möglich gehalten hätte und kann nur alle ermutigen, sich das nächste Mal auch anzumelden. Denn nur weil wir jetzt nicht mehr (so gut) laufen können, heißt ja nicht, dass wir nichts Neues ausprobieren sollen.

Schöne Zeit und bis zum nächsten Camp! – Eure Simone

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Fotos: @komplett_geklaut – www.instagram.com/komplett_geklaut