Emotionale Momente auf dem Parkett
Das deutsche Para-Dance-Athletinnen-Trio zeigte starke Leistungen bei der Weltmeisterschaft in Košice. An drei intensiven Turniertagen vom 21. bis 23. November verwandelte sich die „Villa Cassain“ (hist.) in ein Zentrum des internationalen Para Dance Sports. 24 Nationen waren vertreten, und mittendrin drei deutsche Athletinnen, die mit Leidenschaft, Ausdruckskraft und beeindruckender Willenskraft die WM bereicherten: Dr. Pamela Heymanns aus Frankfurt am Main sowie Nicole Wodrich und Annika Schmalenberg aus Neubrandenburg.
Starke Konkurrenz und glänzende Auftritte in Single Women 2
Die Kategorie Single Women 2 war in diesem Jahr die am stärksten besetzte Klasse: bis zu 31 Starterinnen aus aller Welt präsentierten anspruchsvolle Choreografien. Inmitten dieses hochklassigen Feldes zeigten Pamela und Nicole bemerkenswerte Leistungen.
Nicole Wodrich ertanzte sich im Freestyle einen starken 17. Platz und erreichte im Conventional Platz 23/24. Dr. Pamela Heymanns überzeugte mit ihren Auftritten und belegte im Freestyle wie auch im Conventional jeweils Platz 19. Angesichts der dichten Konkurrenz sind diese Ergebnisse ein bemerkenswertes Zeichen für die kontinuierliche Entwicklung des deutschen Para Dance.
Ein historischer Schritt: Erste gleichgeschlechtliche Duo-Startgemeinschaft im Freestyle
Für einen besonderen Moment der WM sorgten Annika Schmalenberg und Nicole Wodrich. Nur wenige Wochen vor dem Turnier erhielten sie eine Wildcard, die ihnen eine Premiere ermöglichte: Als erstes Frauenpaar überhaupt durften sie im Duo Freestyle Class 1 starten.
Da die neue Regelung erst seit knapp zwei Monaten existiert, war zuvor keine Qualifikation bei einem anderen Turnier möglich – umso größer war die Freude über die Nominierung. Und das Duo nutzte diese Chance eindrucksvoll: Als einzige Kombination aus E-Rollstuhl und Handrollstuhl tanzten sie sich mit einer ausdrucksstarken Performance auf einen hervorragenden 5. Platz.
Neue Powerchair-Kategorie: Annika Schmalenberg schreibt WM-Geschichte
Zum ersten Mal gab es bei dieser Weltmeisterschaft auch eine eigene Kategorie für Powerchair-Athlet*innen. Ein historischer Schritt – und Annika Schmalenberg nutzte ihn eindrucksvoll.
In einem starken Teilnehmerfeld teilte sie sich an beiden Wettkampftagen das Podium mit Slowenien und erlangte im Freestyle die Silbermedaille sowie im Conventional Bronze. Damit gingen nach langer Zeit wieder zwei WM-Medaillen im Para Dance an Deutschland – ein emotionaler Erfolgsmoment für das gesamte Team.
Zwischen Erfolg und Sorge – ungewisse Zukunft des Para Sports
So strahlend die sportlichen Resultate auch sind, so sorgenvolle Blicke richten sich derzeit auf die Zukunft des Para Dance Sports in Deutschland. Ab 2026 fällt die finanzielle Unterstützung durch den DBS e. V. weg. Für die Athletinnen bedeutet das zusätzliche organisatorische und finanzielle Belastungen – in einem Sport, der ohnehin hohe Einsatzbereitschaft erfordert.
Doch die diesjährigen Leistungen zeigen: Die Leidenschaft für den Tanz, der sportliche Ehrgeiz und der unerschütterliche Teamgeist der Athletinnen sind stärker denn je. Ihre Erfolge in Košice sind nicht nur ein Zeichen sportlicher Exzellenz, sondern auch ein Appell, diese wertvolle Sparte des Sports nicht aus den Augen zu verlieren.
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Fotos: Privat

















